Literaturnobelpreis 2017 an Kazuo Ishiguro

Der britische Schriftsteller Kazuo Ishiguro wird mit dem Literaturnobelpreis 2017 ausgezeichnet. Das gab die ständige Sekretärin des Komittees Sara Danius in Stockholm bekannt. Die Jury lobte die starke emotionale Wirkung der Romane des gebürtigen Japaners, die „den Abgrund unter unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt freigelegt haben“.

Kazuo Ishiguro wird am 8. November 1954 in Nagasaki (Japan) geboren. Er kommt mit seinen Eltern und den beiden Schwestern 1960 nach Großbritannien, weil sein Vater, ein Ozeanograf, einen Forschungsauftrag der Londoner Regierung erhalten hat. Ursprünglich wollte man nur 2 Jahre bleiben.

Kazuo Ishiguro ist ein fleißiger Schüler. Er singt im Chor, will Popmusiker werden und tritt als Gitarrist, Pianist und Sänger in Clubs rund um London auf. Er muss aber feststellen, dass es für eine Musikerkarriere nicht reicht.

Er besucht mit 19 Amerika, arbeitet nach seiner Rückkehr auf Schloss Balmoral bei der Moorhuhnjagd und engagiert sich in einem Obdachlosenasyl. Er fängt zu studieren an, schreibt bereits während seines Studiums Kurzgeschichten und schließt 1980 sein Literaturstudium ab. Seit 1983 lebt er als freier Schriftsteller.

Ishiguro ist seit 1982 britischer Staatsbürger und mit der Sozialarbeiterin Lorna Anne MacDougall verheiratet. Das Paar hat eine Tochter und lebt in London. Ishiguro wird im November 63 Jahre alt. Er ist für einen Nobelpreisträger vergleichsweise jung und hat zudem bisher wenig veröffentlicht, gerade einmal sieben Romane. Der vorerst letzte war „Der begrabene Riese“, ein im fünften Jahrhundert angesiedelter Fantasy-Roman.

(llustration: Niklas Elmehed/Copyright: Nobel Media AB 2017)

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